Gebrauchskeramik des 16. und 17. Jhs.

Abb. 1: Gebrauchskeramik des 16. und 17. Jhs. (Heege 2002, Abb. 567).

Gebrauchskeramik des 18. Jhs.

Abb. 2: Gebrauchskeramik des 18. Jhs. (Heege 2002, Abb. 575).

Gefäßformen frühneuzeitlicher Keramik.

Abb. 3: Gefäßformen frühneuzeitlicher Keramik. (Schreg 1998, Abb. 256).

Neuzeitliche Gefäße.

Abb. 4: Neuzeitliche Gefäße. (Gross 2003, Taf. 6).

Neuzeitliche Teller.

Abb. 5: Neuzeitliche Teller. (Gross 2003, Taf. 18).

Frühneuzeitlicher Hafner.

Abb. 6: Frühneuzeitlicher Hafner. (Schreg 1998, Abb. 4.3).

Hafner, 20. Jh.

Abb. 7: Hafner, 20. Jh. (Czysz 1993, Abb. 1).

Neuzeitliche Irdenware


"Der Forschungsstand neuzeitlicher Keramik ist verhältnismäßig schlecht. Beachtet wurden vor allem kunsthistorisch relevante Einzelstücke, die normale Gebrauchskeramik rückt erst in jüngster Zeit in den Blickpunkt des - archäologischen - Interesses." (R. Schreg 1998)

Einzelne Bearbeitungen fanden z. B. statt in:

W. Endres u.a., Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben (München 1993).

U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).

R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. 4. unveränderte Auflage (Tübingen 2007).

Aus den gemeinsamen Tendenzen der einzelnen Bearbeiter kann eine grobe Definition dahin gehend erfolgen, dass die Neuzeitliche Irdenware jegliche Gebrauchskeramik vom 16. bis in das 20. Jh. umfasst. Der ganz überwiegende Teil der Keramik weist Dekor und/oder Verzierungen auf, diese sind jedoch nicht zwingend. Der vorhandene Dekor, wie z. B. Glasur kann profane bis aufwändige Gestaltungsformen annehmen. Das Formenspektrum ist weitläufig und umfasst fast alle Gebrauchsformen von Koch- über Vorrats- und Hygienekeramik bis zu normaler Haushaltskeramik.

Die Keramik ist oxidierend bei einer Temperatur von 1000-1050C gebrannt. Der Ton wird regional gewonnen und aufbereitet. Die Magerung ist im Vergleich zu vorhergehenden Warenarten feiner. Auffallend sind die teils nur auf der oberen Hälfte der Gefäßinnenseiten angebrachten Glasuren. Diese sind nicht funktionell bedingt und treten nur bei neuzeitlicher Keramik auf. Die Gebrauchskeramik wird in der Neuzeit in dezentralen, kleinen Werkstätten hergestellt, die für den lokalen Bedarf produzieren. Die Neuzeitliche Irdenware wird im 20. Jh. durch langlebige, industriell gefertigte Massenprodukte, wie Blech- und Emaillewaren verdrängt. Trotzdem wird Gebrauchskeramik bis weit in das 20 Jh. regional hergestellt.