Formenspektrum Rauwandige Drehscheibenware

Abb. 1 Formenspektrum der rauwandigen Drehscheibenware (Schreg 1998, Abb. 207)

Verbreitung Donzdorfer Ware

Abb. 2 Verbreitung der Donzdorfer Ware (Gross 1991, Abb. 30)

Verbreitung Mayener Ware

Abb. 3 Verbreitung der Mayener Ware (Schreg 1998, Abb. ##)

Rauwandige Drehscheibenware

In der späten Merowingerzeit ist die Rauwandige Drehscheibenware sehr geläufig, daneben gibt es noch spätantike bzw. frühalamannische Waren, welche in der Regel als "Ältere Rauwandige Drehscheibenware" bezeichnet werden.

Die Bekannteste hier ist die spätrömische Mayener Keramik, die vor allem im Rheinland verbreitet ist und den alamannischen Raum nur selten erreicht.

Für weite Teile Südwestdeutschlands ist für die Rauwandige Drehscheibenware der Donzdorfer Art von besonderer Bedeutung. Diese erhielt ihre Bezeichnung nach dem bei Donzdorf, Lkr. Göppingen, ausgegrabenen Töpferofen der späten Merowingerzeit, in der große Mengen dieser sehr charakteristischen Ware gefunden wurden. Die Donzdorfer Art ist wahrscheinlich die charakteristischte Gruppe innerhalb der Ware, da bei ihr besonders gut die raue Oberfläche zu beobachten ist. Andere Gruppen bilden diese weit weniger auffällig aus und verfügen oftmals über sehr viel glattere Oberflächen, sodass eine sofortige Zuweisung zur Rauwandigen Drehscheibenware oft schwierig ist. Neben ihr existieren noch zahlreiche weitere Gruppen, die allerdings nur selten klar unterschieden wurden, eine regionale Gruppierung ist bisher nicht erarbeitet.

Auch ist im Einzelfall eine genaue Datierung oft nicht möglich, da eine kontinuierliche Produktion der Rauwandigen Drehscheibenware existierte und nur eine langsame Formentwicklung festzustellen ist.

Der Begriff "Donzdorfer Keramik" wird in der gängigen Literatur häufig als weitgehend synonymer Begriff für die "Rauwandige Keramik" benutzt, obwohl eine Zuweisung zur Donzdorfer Ware oft nicht gesichert ist. Eine Verbreitung der Rauwandigen Drehscheibenware der Donzdorfer Art lässt sich vor allem auf der Alb und im Albvorland feststellen.

Die häufigste Gefäßform innerhalb der Warenart ist der Topf; Die Ränder sind oft wulstartig verdickt, häufig mit einer flachen Kehlung auf der Innenseite oder dreikantig und nach außen abgeschrägt. Ein weiteres Charakteristikum bei den Töpfen dieser Warenart ist der teilweise unverhältnissmäßig dicke Boden , der oftmals eine Dicke von mehreren Zentimetern erreicht. Andere Gefäßformen, wie Schalen oder Henkelgefäße sind seltener.

Charakteristisch ist eine mittlere bis grobe Magerung mit Quarzpartikeln mit einer relativ hohen Magerungsdichte. Die Magerungspartikel "durchstoßen" die Oberfläche und reißen sie auf. So entsteht die charakteristische Rauwandigkeit und "Craquelée"-Struktur, der die Warenart ihren Namen verdankt

Durch reduzierenden Brand bewegt sich das Farbspektrum überwiegend zwischen dunkelgrau bis grauweiß. Der Härtegrad liegt bei etwa 3-4 Mohs.

Datieren lässt sich die Keramik in das 7. bis 8. Jahrhundert, ein Produktionsbeginn ist allerdings schon im 6. Jahrhundert vorstellbar. Eine genauere Datierung ist aufgrund der Entwicklung aus provinzialrömischen Vorbildern heraus meist schwierig, außerdem weist diese Warenart selten Verzierungen auf, die eine Einordnung in verschiedene Epochen erleichtern würden.