Albware

Abb. 1: Verbreitung der älteren Albware (Gross 1991, S.59)

Albware

Abb. 2: Ausprägungen der Albware nach C. Bizer (Schreg 1998, S. 214)

Albware

Der von C. Bizer geprägte Begriff der Albware ist etwas unglücklich gewählt, da hierbei nicht das gesamte Verbreitungsgebiet durch den Name abgedeckt wird. Es kann von einem deutlich größeren Verbreitungsraum ausgegangen werden, der neben der Alb auch noch den mittleren Neckarraum und den Nordschwarzwald umfasst (Abb. 1). Sie gehört zu den nachgedrehten Warenarten . Als Gefäßform überwiegt der Topf, Tüllenkannen, Schalen und Deckel sind ebenfalls anzutreffen. Die Albware ist überwiegend reduzierend gebrand und fällt durch ihre charakteristische Kalkmagerung auf. Diese Merkmale bestimmen das Erscheinungsbild der Albware in ihrer doch recht langen Laufzeit zwischen dem 10. und 14. Jh.
In der Herstellungstechnik, Art und Umfang der Verzierung sowie der Gefäß- und Randform durchläuft die Albware eine stetige Entwicklung. Eine genaue Unterteilung dieser Entwicklung geht auf C. Bizer zurück, der die Albware zunächst in drei Phasen differenziert. (Abb. 2) Später differenziert er diese Einteilung weiter aus und ordnet die Albware anhand typologischer Merkmale in vier Phasen, in die frühe, ältere, mittlere und junge Albware.

Als charakteristisches Merkmal der frühen Albware spricht Bizer den als typisch zu bezeichnenden, rechtwinkligen und abgestrichenen Schrägrand an, der ohne Hals auf einem ausladendem Gefäß sitzt. Des weiteren bezeichnet Bizer großflächigen Wellendekor im Halsbereich als Kriterium für die frühe Form der Albware.
Die ältere Albware lässt sich an ihrem einfachen, waagrecht umgelegten Rand mit abgestrichener Oberfläche erkennen. Die mittlere Albware setzt sich durch ihren einfachen, schrägen und ausgebogenen Rand mit einer leichten Innenkehlung von den anderen Formen der Albware ab. Die Formen der mittleren Albware lassen bereits eine Tendenz zu schlanken und hohen Gefäßformen erkennen. Die letzte Ausprägung der Albware, die jügere Albware, hat einen unter schnittenen, zierlichen Leistenrand mit einer schwachen Innenkehlung, wobei zunehmend ein Hals anzutreffen ist.
Diese, von Bizer als jüngere Albware bezeichnete Warenart, ist umstritten und wird von R. Schreg beispielsweise als kalkspatgemagerte jüngere Drehscheibenware angesprochen.

Hinzuweisen gilt es auf zahlreiche lokale Ausprägungen der Albware, die eine einheitliche Beschreibung der Albware erschwert.

Literatur: Bizer 2006, Gross 1991, Schreg 1998.