Einführung

Geschichte - Konzept - Nutzung - Autoren

Geschichte der Sammlung

Im Jahr 2001 wurde am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Universität Tübingen unter der Leitung von Dr. Rainer Schreg mit dem Aufbau einer Vergleichssammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Keramikfragmente vorwiegend aus Südwestdeutschland begonnen. Die Sammlung speiste sich aus Lesefundkomplexen und Spenden von verschiedener Seite; die Fragmente waren daher in der Regel ohne exakte Fundortangabe überliefert und zur Aussonderung vorgesehen. Als Hauptquellen sind zu nennen:

In mehreren Lehrveranstaltungen der Abteilung Archäologie des Mittelalters diente die Sammlung zur Einweisung der Studierenden in die Materie; dabei wurde auch eine ganze Reihe von Fragmenten systematisch beschrieben. Außerhalb dieser Veranstaltungen stand die Vergleichsammlung den Studierenden jedoch nicht zur Verfügung. Überlegungen, die Sammlung zugänglich zu machen, wurden wegen der nur anteiligen Aufarbeitung und der nur sehr eingschränkt gegebenen Repräsentativität des Materials zurückgestellt.

In einer Übung im WS 2008/09 wurde nun damit begonnen, eine Auswahl der Sammlungsstücke den Studierenden ständig zugänglich zu machen. Ausgehend von einem überschaubaren ersten Fragmentsatz von gut 50 Stücken wurden die Ergebnisse der Keramikbeschreibung in eine MySQL-Datenbank übertragen, Vergleiche zu den betreffenden Stücken gesucht und weiterführendes Hintergrund-Wissen in Form gebracht. Seit Februar 2009 sind diese ausgewählten Stücke in der "Hiwi-Ecke" der Abteilung Archäologie des Mittelalters (Raum 218) zugänglich, können aus den Schubladen genommen werden, angefasst, angesehen und verglichen werden.

Von der Vergleichs- zur Übungssammlung

Mit der Einstellung der Datenbank ins Internet haben wir für nicht nur einen geeigneten Server gefunden, sondern damit die Sammlung auch öffentlich sichtbar gemacht, was kurz begründet werden soll. Es ist nicht so, dass es uns gelungen wäre, die strukturellen Unzulänglichkeiten der Sammlung - häufig unbekannte Fundkontexte, regionaler Schwerpunkt, sogar innerhalb dieses Schwerpunkts deutliche Lücken in materieller, typologischer und auch chronologischer Hinsicht - zu überwinden. Es ist vielmehr so, dass wir uns von der Online-Stellung eine intensivere Nutzung der neu eingerichteten Übungssammlung versprechen. Dabei bleibt diese ein reines Übungsmedium - ganz bewusst ohne jeden Anspruch auf Repräsentativität, in welcher Hinsicht auch immer.

Die hier vorgestellte Übungssammlung will und kann weder das Keramikspektrum Südwestdeutschlands in Mittelalter und Neuzeit vertreten, noch sollen die Ausgriffe über den südwestdeutschen Raum in irgendeiner Hinsicht für etwas stehen. Die Übungssammlung soll einen auf Zuwachs konzipierten Pool darstellen, in dem junge Tübinger Mittelalter- und Neuzeitarchäologen leichten, schnellen und möglichst aktuellen Zugang zu Vergleichsstücken und weiterführender Literatur finden können.

Selbstverständlich sind Sie auch, wenn Sie kein Tübinger Student sind, herzlich eingeladen, in unserer (virtuellen) Sammlung zu stöbern. Möglicherweise finden Sie hier oder da einen Hinweis zur Einordnung eines selbst getätigten Lesefunds. Beachten Sie aber bitte, dass an die Tübinger Übungssammlung - ein von Studenten für Studenten aufbereitetes Übungsmedium - nicht die gleichen Ansprüche gestellt werden können wie an ein publiziertes wissenschaftliches Werk.

Nutzung

Abschließend soll in kurzen Worten eine Einführung in die Nutzung der Übungssammlung gegeben werden.

Wichtigster Zugang bei Nutzung der Real-Sammlung vor Ort ist die Eingabe einer "direkt-id". Alle Handstücke sind mit "TÜ ÜS" und einer darauf folgenden, dreistelligen Nummer versehen, der id-Nummer. Diese wird in das kleine Eingabefeld eingetragen und mit dem "direkt-id"-Button bestätigt. Auf diesem Weg gelangt man zur Datenseite des jeweiligen Handstücks, dabei ein Foto und Links zur betreffenden Warenart und den einschlägigen Einträgen im Glossar. Wo Vergleichsbeispiele sinnvoll darzustellen sind, finden Sie am Ende der Datentabelle einen Link zur entsprechenden Vergleichsseite. Wird in direkt-id eine nicht in der Datenbank enthaltene id eingegeben, wird standardmäßig der Datensatz von TÜ ÜS 101 angezeigt.

Für die externe Nutzung über Internet existieren verschiedene sinnvolle Einstiegs-Optionen: über allgemeine Erörterungen (wie etwa zu den Themen Typologie und Chronologie oder Form und Funktion), über die Zusammenfassungen zu den Warenarten oder über die Suche. Letztere eignet sich insbesondere dann, wenn Sie selbst ein Keramikfragment vorliegen haben und nach Vergleichsstücken in unserer Sammlung suchen. Neben Listenfeldern zu Warenart, Form, Fragmenttyp und Dekor steht Ihnen auch eine Freitexteingabe zur Verfügung (alle Eingaben sind UND-verknüpft)

Ein Glossar, ein Literaturverzeichnis und die Seite Operationalisierungen führen die notwendigen Hintergrundinformationen zusammen. Dabei finden Sie unter "Operationalisierungen" Erläuterungen zu den Beschreibungen der Handstücke: diejenigen Richtlinien, an denen wir uns bei der Beschreibung selbst orientiert haben. Im Glossar finden sich Einträge zu diversen Formen (diese in der Regel illustrierend bebildert), aber auch zu z. B. technologischen Grundbegriffen.

Für den gesamten Auftritt gilt: Alle eingebundenen Bilder sind anklickbar und werden so in Originalgröße dargestellt.

Autoren

An der Erstellung der Datenbank und des Internetauftritts in WS 2008/09 haben mitgewirkt (in alphabetischer Reihenfolge):

Jonas Abele, Manuel Birker, Andreas Düring, Christoph Fahrion, Björn Fox, Roger Gronwald, Christoph Haack, Stefan Hartleib, Julia Häußler, Michael Holzmann, Joachim Kitzberger, Sven Kühn, Martin Rogier, Björn Schleicher, Michael Seiz, Kristina Seizinger, Dieter Vogl, Rainer Weiß, Jochen Xander.

Allen Genannten sei für die engagierte Mitwirkung herzlich gedankt.

Dr. Sören Frommer

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